Zeitgeschichte

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Zeitgeschichte.

Die Entwicklung unserer Gemeinde seit der Entstehung bis heute.

4000 v.Chr.: Erste Siedlungsspuren der Jungsteinzeit mit prähistorischen Funden wie Pfeilspitzen, Steinbeil, Brandkeramikgefäßen im Bereich Irslingen und Böhringen.

1500 v.Chr.: Siedlungsspuren der Bronzezeit mit Funden wie Ohrringe, Bronzebeil und Bronzenadeln im Bereich Irslingen.

500 v.Chr.: Siedlungsspuren der Keltenzeit mit Funden von Gefäßscherben beim Vaihingerhof.

80 n.Chr.: Siedlungsspuren der Römerzeit durch Besetzung unserer Gegend durch Kaiser Vespasian, wie Anlage von drei Römerstrassen nach Sulz, Strassburg und Rottenburg, sowie fünf römischen Gutshöfen (villae rusticae) mit Auffindung von Steinfundamenten und Gefäßscherben in Dietingen, Irslingen und Böhringen.

400: Siedlungsspuren der Alemannenzeit mit Aufdeckung von Reihengrabfeldern, wie Kriegergrab mit Ausrüstung bei Böhringen.

500: Unsere Siedlungen, als typische alemannische Wohnplätze und der Namensendung "-ingen" werden nach dem Sippenführer benannt. Die Namen Dietingen, Irslingen, Böhringen und Gößlingen entstehen. Der Name Rotenzimmern mit der Namensendung "-zimmern" läßt jedoch eine fränkische Siedlung um 700 vermuten.

7. Jh.: Christianisierung unserer Landschaft unter fränkischer Königsherrschaft durch die iroschottischen Mönche Columban und Gallus mit Entstehung der Klöster Reichenau und St. Gallen.

786: 3. Mai 786 erste urkundliche Nennung von "Deotingun" in einer Urkunde des Klosters St. Gallen, in der Graf Gerold, als fränkischer Alemannenherzog und Schwager Kaiser Karls d. Großen, das Dorf dem Kloster St. Gallen ewig zu Besitz schenkt.

793: 27. März 793 erste urkundliche Nennung von "Cozninga" in der in einer Schenkungs- u. Zinsurkunde des Klosters St. Gallen, in der Graf Berthold, als fränkischer Alemannenherzog, Güter in Gößlingen zurückerhält.

994: 4. November 994 erste urkundliche Nennung von "Urslingen" in einer Urkunde König Ottos III., in der dem Konstanzer Bischof Gebhard II. Besitz aus einer Schenkung der verstorbenen Herzogin Hadwig aus dem Gut Epfendorf bestätigt wird.

1094: 15. Oktober 1094 erste urkundliche Nennung von "Cimberen" in einer Urkunde des Klosters St. Georgen, in der Luitfried von Leidringen dem Kloster St. Georgen eine Mühle und ein Waldstück schenkt.

1270: Erste urkundliche Nennung von "Behringen", ohne genaue Datumsangabe, bei der der Ulmer Pfarrer Diethelm von Ramstein dem Kloster Rottenmünster das Eigentumsrecht über eine Wiese zu Böhringen vermacht.

1300: Die Dörfer wechseln wiederholt ihre Besitzer und Herrschaften. Der nahegelegene Adel und Ritter mit ihren Burgen, wie Neckarburg im Neckartal, Burg Urslingen im Schlichemtal, Burg Wildeck im Schwarzenbachtal, Burg Rotenzimmern im Schlichemtal, Burg Herrenzimmern im Schloßbachtal, Burg Hohenstein im Neckartal, Burg Albeck bei Sulz, die umliegenden Klöster und die Reichsstadt Rottweil, werden Spielball der herrschaftlichen Auseinandersetzungen mit Zerstörung und Wiederaufbau.

1411: 18. März 1411 verkauft Graf Hermann von Sulz, als österreichisch-oberhohenbergischer Lehensherr, um 1700 Gulden, die Dörfer Dietingen und Irslingen an die Reichsstadt Rottweil.

Um 1450: Vollständiger Verkauf der Ortschaft Böhringen durch das Ortsadelgeschlecht Vogt von Behringen an die Reichsstadt Rottweil.

1517: 31. Oktober 1517 Thesenanschlag durch Luther und Reformation mit Kirchenspaltung. Rotenzimmern als württembergischer Klosterort von St. Georgen wird lutherisch. Gößlingen als württembergischer Klosterort von Alpirsbach bleibt letztendlich katholisch. Die Orte des Obervogteiamts der Reichsstadt Rottweil mit Dietingen, Irslingen und Böhringen bleiben kaiserlich-papsttreu und katholisch.

1632: Während des 30-jährigen Krieges, Pest, Ausbeutung, Ausblutung und Zerstörung der Landschaft und unserer Dörfer durch marodierende Truppen des Religionskrieges.

1803: 25. Februar 1803 Reichsdeputationshauptschluß. Nach den großen europäischen Erbfolgekriegen und der französischen Revolution ordnet der französische Kaiser Napoleon Südwestdeutschland neu, säkularisiert und mediatisiert die Klöster und Reichsstädte mit ihrer Landschaft und schlägt sie dem vergrößerten Herzogtum bzw. Königreich Württemberg unter Herzog bzw. König Friedrich I., zu. Unter seiner neuen Regierung entläßt er die Kommunen in die Anfänge einer gewissen Selbständigkeit. Rottweil wird Oberamtstadt.

19./20. Jh.: Der deutsch-französische Krieg, der I. Weltkrieg und der II. Weltkrieg mit ihren Toten und Nöten, sowie die damit verbundenen Flüchtlingsströme kommen auch in unsere Gemeinde. Ein bürgerschaftlicher Neuaufbau mit allen öffentlichen Einrichtungen beginnt unter dem Dach der Bundesrepublik und des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg.

1928: Am 4.10.1928 erfolgt mit anderen Gemeinden die Gründung eines Zweckverbandes zur Aufschließung eines gemeinsamen Trinkwasser- vorkommens bei der Neckarburg.

1975: Zum 1.1.1975 erfolgt der gesetzliche Gesamtabschluß der Kommunalreform im Lande Baden-Württemberg mit dem Zusammenschluß der bisher selbständigen Gemeinden Dietingen, Irslingen, Böhringen, Rotenzimmern und Gößlingen zur neuen Einheitsgemeinde Dietingen mit dem ersten gemeinsamen Bürgermeister Hubert Burkard. Gleichzeitig wird eine Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Rottweil mit ihren Umlandgemeinden und dem Ziel einer gemeinsamen Entwicklungsplanung gebildet. Die Gemeinde erhält als Hoheitszeichen ein neues Gemeindewappen verliehen.

1978: Zum 1.2.1978 erfolgt mit anderen Gemeinden die Gründung eines Zweckverbandes zur gemeinsamen Abwasserreinigung mit einem Sammelklärwerk in Böhringen.

1989: Zum 9. Oktober 1989 bzw. 3.10.1990 erfolgt die friedliche Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland und nachfolgender kommunaler Partnerschaftshilfe mit Gemeinden des Osterzgebirges im neuen Bundesland Sachsen.

Schloss Hohenstein 

Schloss Hohenstein

Schlosskapelle Hohenstein 

Schlosskapelle Hohenstein

Schloss Hohenstein 

Schloss Hohenstein

Literatur zum Stöbern:

  • 1200 J. Dietingen, 1986
  • 1200 J. Gösslingen, 1993
  • 1000 J. Irslingen, 1994
  • 900 J. Rotenzimmern, 1994

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