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Mittwoch, 27. Januar 2021

Faktencheck zur Neustrukturierung von Betreuung und Unterrichtsversorgung in unserer Gemeinde

Ziel der Neustrukturierung der Angebote in Kindertagesstätten (Krippe und Kindergarten) und Grundschule ist es, der Elternschaft und der Bürgerschaft eine klare Perspektive für die Betreuung und Unterrichtsversorgung in unserer Gemeinde für die 1  bis 10-jährigen Kinder aufzuzeigen. Dazu ist vorgesehen nächste Woche im Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zu fassen, der als Grundlage für die Arbeit im Gemeinderat in den nächsten 4 bis 5 Jahren dienen soll.

Um die Entscheidungsgrundlagen und Chancen darzulegen, die aus einer Neustrukturierung von Betreuen und Lernen in unserer Gemeinde erwachsen, wurde in Gemeinderats- und Ort­schaftsratssitzungen, im Amtsblatt, in einem Pressegespräch, in Elternbeiratssitzungen der Grundschule und im Kindergarten in Böhringen und in einem Elternbrief der Schule ausführ­lich informiert. Darüber hinaus möchte die Gemeindeverwaltung in den Wochen bis zur Ver­abschiedung des vorbereiteten Grundsatzbeschlusses mit einem sogenannten Faktencheck über die tatsächlichen Grundlagen und Fakten abseits von Meinungen und Emotionen in­for­mieren. Der Faktencheck soll insbesondere auf der Grundlage von Fragen erfolgen, die in Gemeinderatssitzungen, in der Ortschaftsratssitzung in Böhringen vom Dezember und in Elternbeiratssitzungen aus der Bürgerschaft und der Elternschaft gestellt wurden.

Über mehrere Wochen sollen die Fakten zu verschiedenen Fragen dargelegt werden, wes­halb immer nur einzelne Gesichtspunkte betrachtet werden und keine abschließende Er­läuterung beabsichtigt ist.

Aktuelle Fragen:

Werden die Schulklassen in Dietingen durch die Zusammenführung aller Schüler an einem Standort nicht zu groß ?

Nein. Die Gesamtschülerzahl pro Klassenstufe wird aufgrund der vorliegenden Schülerzahlen und der Prognose zwischen 36 und 46 Schülern liegen. Diese Schülerzahlen ergeben ideale mittelgroße Klassen von 18 bis 23 Schülern pro Parallelklasse. Solche Klassenstärken bieten auch die besten Voraussetzungen zur Bildung einer guten Klassengemeinschaft, was bei beispielhaft 7oder 30 Schülern naturgemäß nicht so gut gelingen kann.

Wann stehen weitere Krippenplätze zur Verfügung ?

Bei optimalen Voraussetzungen im Herbst 2021. Das Ziel, schon im Herbst neue Krippenplätze für die vorliegenden Anmeldungen zu Verfügung stellen zu können ist aber ambitioniert. Um es zu erreichen müssen vorhandene Räumlichkeiten im derzeitigen Schulgebäude in Böhringen umgebaut werden und alle Beteiligten wie Behörden, Verbände, Architekturbüro und bauausführende Firmen optimal zusammenwirken. Weiterhin ist noch vorab zu prüfen, ob Fördermittel für den Umbau eingeworben werden können, was ebenfalls zu Verzögerungen führen kann.

Wie sieht die Lehrkräfteversorgung bei einem, zwei oder drei Standorten aus ?

Generell ist es eine Tatsache, dass die Lehrkräfteausstattung im Land und insbesondere in Grundschulen von ländlichen Regionen wie unserem Kreis sehr angespannt ist. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass dies sich noch deutlich verschärft hat. So musste unsere Schule trotz der drei Standorte für das laufende Schuljahr Deputatstunden abgeben, weil anderswo im Schulamtsbereich die Not noch größer war. Konkret haben wir derzeit für die drei Standorte unserer Schule sieben Deputate zur Verfügung. Generell gilt, dass normalerweise eine Klasse mit mindestens 16 Schülern eine Lehrkraft bzw. ein Deputat erhält. Es kann aber aufgrund der schmalen Lehrkräfteversorgung auch sein, dass diese Schülerzahl nach oben verschoben wird. Auch der Klassenteiler, der vorgibt eine Klasse bei einer bestimmten Schülerzahl aufzuteilen, wird nicht angewandt, wenn dies die Schülerzahlen nicht dauerhaft vorgeben. Unsere Grundschule muss somit sieben Deputate auf drei Standorte so aufteilen, dass auch die einzelnen Fächer nach Stundenplan gegeben werden können. Dies gelingt nur mit einem überaus engagierten Lehrerkollegium und unter Verzicht auf Stunden in Nebenfächern. Im kommenden Schuljahr wird unsere Grundschule voraussichtlich nur sechs Deputate erhalten.

Bei zwei Standorten ist die Lehrkräfteausstattung voraussichtlich ebenso unsicher und außerdem ungünstig einzusetzen wie bei drei Standorten. Dies auch aufgrund der verschiedenen Angebote wie Ganztagsschule und Halbtagsschule. Die Ganztagsschule kann wegen gesetzlicher Vorgaben nur am Standort in Dietingen eingerichtet werden. Hinzu kommt, dass aufgrund stark unterschiedlicher Schülerzahlen in den einzelnen Jahrgängen es mehr als wahrscheinlich ist, dass bei zwei Standorten in einzelnen Schuljahren die erforderliche Schülerzahl für die Bereitstellung eines Deputates nicht ausreicht. Weiterhin hat sich unsere Grundschule ein pädagogisches Konzept gegeben, welches einen ständigen Austausch und enge Zusammenarbeit z. B. bei der Erarbeitung von Unterrichtseinheiten und Projekten voraussetzt. Dies ist an zwei oder drei Standorten nur mit Einschränkungen möglich.

Wenn unsere Grundschule an einem Standort zusammengeführt wird, muss das Staatliche Schulamt trotz gleicher Schülerzahl der Schule dauerhaft acht Deputate zur Verfügung stellen, weil die Grundschule damit stabil zweizügig wäre. Dadurch könnten die Lehrerstunden optimal in der Unterrichtsversorgung eingesetzt werden und Synergien durch ein eng zusammenarbeitendes Kollegium gehoben werden, weil alle fachlichen Kompetenzen für alle an einem Ort verfügbar wären. Für die Schülerinnen und Schüler wäre ein breiteres Unterrichts-/AG- und Förderangebot möglich, was in den Außenstellen in Irslingen und Böhringen derzeit gar nicht angeboten werden kann. Jedes Kind hätte dauerhaft und durchgehend eine eigene Klassenlehrerin und ein optimales Lernumfeld in einer mittelgroßen Klasse, was ein gutes soziales Lernen und vielfältige Freundschaften möglich macht.

Hier die Fragen, die bereits in den Vorwochen behandelt wurde:

Warum muss die Gemeinde bei der Neustrukturierung von Betreuung und Lernen schnell handeln und will der Gemeinderat zügig eine Grundsatzentscheidung treffen ?

Verschiedene Fakten machen dies notwendig. Der wichtigste Aspekt ist dabei die Notwendigkeit, beim Schulstandort in Böhringen den Eltern schnell eine klare Perspektive aufzuzeigen. Dort werden aktuell in der verbundenen Klasse 3/4 nur 19 Schüler unterrichtet. Nach dem Abgang der Viertklässler an weiterführende Schulen verbleiben zu wenige Schüler um eine Lehrkraft einsetzen zu können. Mögliche Erstklässler und Viertklässler (die aktuellen Drittklässler) haben sehr unterschiedliche Unterrichtsanforderungen. Eltern, Schüler und Lehrerkollegium brauchen hier bis Februar eine Handlungsbasis.

Weiterhin werden aufgrund der großen Anmeldezahlen dringend weitere Krippenplätze und Ganztagskindergartenplätze benötigt. Dazu muss eine Planung mit Kostenaufstellung erstellt werden und darauf aufbauend müssen Fördermittel beantragt werden. Dies alles benötigt einen relativ langen Vorlauf, weshalb schnelle Entscheidungen erforderlich sind. Wegen dem Rechtsanspruch auf Krippenplätze ist dies eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, die mit der Umnutzung mit Räumlichkeiten im bisherigen Schulgebäude in Böhringen optimal umgesetzt werden kann.

Kann sich die Gemeinde die mit der Neustrukturierung von Betreuung und Lernen notwendigen Bauvorhaben überhaupt leisten ?

Das zugrundeliegende Strukturgutachten hat dem Gemeinderat aufgezeigt, dass durch die ganzheitliche Betrachtung von Betreuung und Lernen und den dazu notwendigen Räumlichkeiten in der Gesamtgemeinde sehr viele Synergien genutzt werden können, die sich auch finanziell stark kostenreduzierend auswirken.

So müssten kurzfristig und dann später in den nächsten Jahren neue Gebäude für Krippenplätze und Ganztagskindergartenplätze in Irslingen und Böhringen erstellt werden, die voraussichtlich mehrere Millionen Euro in der Investition kosten würden. Dazu käme der laufende Betrieb von verschiedenen Gebäuden wie z. B. in Irslingen der Katholische Kindergarten, der Schulstandort und ein neues Gebäude für Krippenplätze hinzu, der jedes Jahr hohe laufende Kosten für Personal und Unterhalt verursachen würde.

Bei der vorberatenden Neustrukturierung hingegen, müsste nur das Schulhaus in Dietingen ergänzt werden und die Räumlichkeiten in den derzeitigen Schulstandorten in Irslingen und Böhringen könnten für die Nutzung als Kindertagesstätten mit im Verhältnis günstigen Konditionen umgenutzt werden. In der Folge würde sich auch der Betrieb auf einige wenige Gebäude konzentrieren, was die laufenden jährlichen Kosten deutlich reduzieren könnte.

Welche Vorteile verspricht sich der Gemeinderat durch die Neustrukturierung im Bereich der Betreuung von Kindern bis sechs Jahren ?

Ziel des Gemeinderates ist hier ein gleichwertiges Angebot für die Kinder vom ersten bis sechsten Lebensjahr aus allen Ortsteilen an drei Standorten in der Gemeinde und damit so wohnortnah wie möglich bereitzustellen.

Derzeit sind 42 Kinder aus den Ortsteilen Irslingen, Böhringen, Rotenzimmern und Gößlingen in der Katholischen Kindertagesstätte in Dietingen angemeldet, weil die Eltern das dortige Angebot an Krippenplätzen, erweitertes VÖ-Angebot und an Ganztagsbetreuungsplätzen benötigen. Wenn gleichwertige Angebote auch in Irslingen und in Böhringen vorgehalten werden, so könnten die Jahrgänger aus Irslingen/Gößlingen und Böhringen/Rotenzimmern jeweils bis zum sechsten Lebensjahr gemeinsam in einer Einrichtung verbringen und sich so als örtliche Gruppe sozialisieren. Dies würde sich dann später in der Schule vom sechsten bis zum zehnten Lebensjahr fortsetzen, wo die Jahrgänger auch gemeinsam an einem Ort unterrichtet werden könnten, und sich nicht in Ganztagsschule und Halbtagsschule aufteilen müssten. Durch den Aufbau weiterer Kapazitäten in Irslingen und in Böhringen würde auch die Katholische Kindertagesstätte in Dietingen entlastet und voraussichtlich für längere Zeit von einem Ausbau abgesehen werden können. Auch dadurch könnten zusätzlich hohe Kosten für neue Räumlichkeiten eingespart werden.

Worum geht es bei der vom Gemeinderat beratenen Neustrukturierung von Betreuung und Unterrichtsversorgung in unserer Gemeinde?

Es geht um den Bedarf an Angeboten wie beispielsweise Krippenplätze, Ganztagskindergartenplätze, Ganztagsschule und die Ausstattung dafür mit Räumlichkeiten und deren Positionierung für eine optimale Versorgung für unsere Kinder vom 1. bis zum 10. Lebensjahr aus allen Ortsteilen.

Seit wann beschäftigt sich der Gemeinderat mit dieser Thematik?

Im Oktober fanden eine Klausurtagung des Gemeinderates und eine nachfolgende Sitzung zum Austausch über die Ergebnisse der Klausurtagung mit den Themen Ausbau der Kinderkrippenplätze und Mensabau für die Ganztagsschule statt. Dazu wurde nach Verabschie­dung des Haushaltes im Jahr 2020 von der Gemeindeverwaltung ein Strukturgutachten bei einem renommierten Beratungsbüro in Auftrag gegeben, welches den aktuellen Bedarf und die Situation bis in etwa 15 Jahren untersuchte. Weiterhin waren bei der Klausurtagung auch die Kindergartenleitung aus Dietingen, wo derzeit Ganztagsangebote und Krippenangebote angesiedelt sind, und die Schulleitung anwesend. Aufgrund der breiten Faktenlage und dem regen und konstruktiven Austausch im Gremium war man sich im Gemeinderat am Ende der Beratungen im Oktober einig, dass eine Neustrukturierung von Betreuung und Unterrichts­versorgung in unserer Gemeinde große Chancen und gute Perspektiven für die Elternschaft, die Bürgerschaft und die Gemeinde bergen.

Wurden im Gemeinderat Alternativen zur gefundenen Lösung beraten?

Ja. Im intensiven Austausch im Gremium wurden zahlreiche Vorschläge und Alternativen be­trachtet und verworfen. So zum Beispiel ob die Schule mit zwei Standorten besser aufge­stellt wäre oder ob der Schulstandort im Ortsteil Böhringen zusammengefasst werden kann. Es hat sich aber gezeigt, dass der Schulstandort im Ortsteil Dietingen in vielerlei Hinsicht wie beispielsweise der Schülerbeförderung, der Größe des Gebäudes und die Möglichkeit der Er­gänzung die beste Möglichkeit darstellt.

Im Hinblick auf die notwendige Anzahl von neuen Krippenplätzen und dem Ausbau des Betreuungsangebotes unter sechs Jahren für VÖ-Gruppen oder auch Ganztagskindergarten waren die Gemeinderatsmitglieder sehr schnell einhellig der Auffassung, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht und ein dezentraler Ausbau erforderlich ist.

Wo sollen neue Krippenplätze und Kindergartenplätze entstehen?

Durch die Zusammenführung der Grundschule am Standort in Dietingen stehen die Räumlichkeiten in den bisherigen Schulgebäuden in Irslingen und Böhringen für eine Umnutzung zur Verfügung. Nach den erforderlichen Umbaumaßnahmen können so in Irslingen und Böhringen identische Angebote zur Betreuung gemacht werden, wie sie derzeit nur in der Katholischen Kindertagesstätte in Dietingen vorgehalten werden. Dies betrifft insbesondere Ganztagskindergarten, Krippe und erweiterte VÖ-Gruppen.

Werden Krippenplätze und Ganztagskindergartenplätze in Böhringen oder Irslingen nachgefragt?

Ja. Im Kindergartenjahr 2020/21 sind mit Stand 01.12.2020 insgesamt 41 Kinder aus den Ortsteilen Gößlingen, Rotenzimmern, Böhringen und Irslingen in der Katholischen Kindertagesstätte in Dietingen angemeldet, weil die Eltern andere Betreuungsformen wie im Kindergarten vor Ort benötigen. Davon entfallen 22 Kinder auf die Kinderkrippe und 19 Kinder auf den Kindergartenbereich.

Der Faktencheck zur Neustrukturierung von Betreuung und Unterrichtsversorgung in unserer Gemeinde ist nun wegen der anstehenden Beratung des Gemeinderates in der kommenden Woche abgeschlossen. Wir hoffen, Ihnen abseits von Meinungen und Emotionen einige Fakten aufgezeigt zu haben, die Grundlage für die Beratungen und Entscheidungen des Gemeinderates sein werden.

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