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Dienstag, 01. Dezember 2020

Kinderbetreuung und Unterrichtsversorgung in unserer Gemeinde – wie sind die Zusammenhänge, weshalb sind zeitnahe Entscheidungen wichtig?

Die Betreuung von Kindern vom ersten bis zum dritten Lebensjahr (Kinderkrippe), vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr (Kindergarten) sowie die Unterrichtsversorgung für Grundschulkinder vom sechsten bis zum zehnten Lebensjahr sind die Themen, denen sich der Gemeinderat zunächst in einer Klausurtagung und anschließend in öffentlichen Beratungen im Gemeinderat auseinandergesetzt hat.

Wichtige Reformen und Entwicklungen beim schulischen Angebot in unserer Gemeinde – die Grundschule Dietingen bietet ein Ganztags- und ein Halbtagsangebot, an den Außenstellen Irslingen und Böhringen gibt es jeweils ein Halbtagsangebot – führten bereits in der Vergangenheit dazu, dass der Betrieb der Grundschule, d. h. die Unterrichtsversorgung immer wieder für Eltern und Schulkinder verbessert wurde.

Unterrichtsversorgung an drei Schulstandorten kaum mehr leistbar

Im Jahr 2018 wurde im Gemeinderat ausgiebig über die mögliche Aufgabe von Grundschulstandorten beraten, da die Entwicklung der Schülerzahlen bei den nachfolgenden Einschulungen immer wieder Anlass zur Sorge gab. Eine Umfrage unter den Eltern der damaligen Grundschulkinder sowie zukünftiger Schulkinder schloss sich an. Schon damals zeigte sich, dass die Konstellation mit drei Schulstandorten eine sehr große Herausforderung für die Lehrerversorgung darstellt. Unter dem Eindruck, dass die damalige Situation zunächst noch einen Fortbestand der Grundschulaußenstellen zuließ, entschied sich der Gemeinderat, den Betrieb an allen drei Schulstandorten fortzuführen, wenn die Anmeldungen ausreichen und die Lehrkräfteversorgung gewährleistet ist.

Zu Beginn des laufenden Schuljahres konnte an der Grundschulaußenstelle Böhringen keine Klasse für die Erst- und Zweitklässler mehr gebildet werden. Die Kinder wurden deshalb am Standort Dietingen eingeschult. Die Lehrerversorgung in Baden-Württemberg spitzt sich bis in unseren Schulbezirk weiter zu, so dass mit weiteren für uns negativen Auswirkungen zu rechnen ist. Die Grundschule Dietingen (mit ihren Außenstellen Irslingen und Böhringen) wird als eine Schule angesehen. An den Standorten Irslingen und Böhringen wird der klassenübergreifende Unterricht mit großem persönlichen Engagement der aktuell dort eingesetzten Lehrkräfte erfüllt. Die Zuteilung der Lehrerversorgung für die Grundschule richtet sich nach der Anzahl der Schulklassen und nach den Schülerzahlen. Dies führt dazu, dass sich die Einteilung der Lehrerstunden für alle drei Standorte sehr schwierig gestaltet. Es kommt an allen drei Standorten zu Einschränkungen, d. h. teilweise zu einem reduzierten Unterrichtsangebot bis hin zu Unterrichtsausfall. Die Grundschule der Gesamtgemeinde leidet ganz allgemein unter dieser Situation. Die Nachfrage nach Ganztagsangeboten, beginnend bei der Kinderkrippe (U 3) über die Kindergartenzeit (Ü 3) bis hin zur Ganztagsgrundschule steigt stetig. Aufgrund rechtlicher Bestimmungen kann nur am Schulstandort Dietingen ein Ganztagsangebot bestehen.

Fehlende Plätze bei der Kinderbetreuung (Kinderkrippe und Kindergarten)

In den letzten Jahren zeichnete sich immer stärker ab, dass das Kinderbetreuungsangebot in unserer Gemeinde nicht mehr ausreicht. Die Nachfrage nach verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) und Ganztagsbetreuung (GT) ist bereits so hoch, dass Wartezeiten entstanden sind. Eltern, die heute für ihr Kind einen Betreuungsplatz suchen, müssen eine Wartezeit einkalkulieren, die im Bereich der Kinderkrippe bis in das Jahr 2023 hineinreicht. Im Ortsteil Dietingen kann nicht länger sichergestellt werden, dass alle Kindergartenkinder auch einen Kindergartenplatz in Dietingen-Ort erhalten. Die Kindertageseinrichtung in Dietingen wird von Kindern aus allen Ortsteilen besucht.

Gemeinderat informiert sich aus Strukturgutachten

Die raschen Entwicklungen mit dem steigenden Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen sowie die sich verändernden Rahmenbedingungen der Grundschule haben dazu geführt, dass der Gemeinderat sich innerhalb einer Klausurtagung diesem Themenkomplex ausführlich gewidmet hat. Dazu hat ein anerkanntes Fachbüro ein Strukturgutachten erstellt, das die Alterspyramide, die Altersstruktur der Bevölkerung und die sich daraus ergebenden Auswirkungen ausführlich beleuchtete. Prognostiziert wurde ein deutlicher Einwohnerzuwachs. Die in Baden-Württemberg steigende Nachfrage nach Ganztagsangeboten (Kinderbetreuung und Unterrichtsversorgung) ergibt sich auch in unserer Gemeinde. Die Ergebnisse des Gutachtens haben dem Gemeinderat eindrücklich vor Augen geführt, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Bei der Kinderbetreuung gilt es dabei auch, Rechtsansprüche zu erfüllen.

Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen

Es müssen sehr zügig Kinderkrippenplätze entstehen. Auch bei den Kindergärten muss das Betreuungsangebot mit verlängerten Öffnungszeiten und Ganztagsbetreuung zeitnah ausgebaut werden. Mit der Stärkung und Erweiterung der Angebote in den Ortsteilen Irslingen und Böhringen wird sich zugleich eine Entlastung bzw. ein Abbau der Wartelisten für die Kindertageseinrichtung in Dietingen ergeben. Parallel dazu ist das schulische Ganztagsangebot mit Betreuung und Mittagstisch weiter zu stärken, um dem Bedarf standhalten bzw. weiter gerecht werden zu können. Derzeit findet das Mittagessen für die Grundschulkinder in angemieteten Räumlichkeiten im Sportheim in Dietingen statt.

Lösungswege mit bestehenden Gebäuden

Die renommierte Firma Biregio konnte dabei Wege aufzeigen, die qualitativ gute und sinnvolle Lösungen versprechen. Mit der Konzentration des Schulbetriebs am Standort Dietingen verbunden mit baulichen Veränderungen und Umnutzungen kann unsere Grundschule zukunftssicher fortentwickelt werden. Der dringend benötigte Raumbedarf für weitere Kinderbetreuungsplätze (Krippe und Kindergarten) kann im ersten Schritt durch die Nachnutzung des bisherigen Grundschulgebäudes in Böhringen erreicht werden. Klar formuliertes Ziel im Gemeinderat ist es, sowohl am Standort Böhringen als auch am Standort Irslingen gemeinsam mit der bestehenden Kindertagesstätte Dietingen drei vergleichbare Betreuungsangebote zu schaffen.

Es sind zukunftsweisende Entscheidungen, die auf den ersten Blick eine schmerzhafte Trennung von den Grundschulaußenstellen in Irslingen und Böhringen bedeuten, aber auch die Chance beinhalten, unsere Gemeinde bei Kinderbetreuung und Unterrichtsversorgung zukunftssicher aufzustellen. Gleichzeitig können auch die räumlichen und finanziellen Ressourcen unserer Gemeinde optimal eingesetzt werden.

Attraktive neue Angebote für Eltern und Kinder

Mit dem Ausbau der Kinderbetreuungsangebote in den Ortsteilen Irslingen und Böhringen werden diese für die Altersgruppen von ein bis sechs Jahren gestärkt. Zielsetzung ist es, in beiden Ortsteilen Kinderkrippen zu realisieren und die Betreuungsangebote für Kindergartenkinder zu erweitern (Verlängerte Öffnungszeiten, Ganztagsbetreuung) und auszubauen. So können an drei Standorten vergleichbare Angebote gemacht werden und der Standort in Dietingen wird entlastet. Gerade unsere jüngsten Kinder haben dann die kürzesten Wege.

Um die schulische Versorgung auch für die Zukunft sicherstellen zu können wird von Gemeinderat und Gemeindeverwaltung die Zusammenführung zu einem Schulstandort mit einem attraktiven, zweizügigen Angebot (Parallelklassen in allen Jahrgangsstufen) im Ortsteil Dietingen angestrebt. Es soll das bereits attraktive Angebot für die Schulkinder weiterentwickelt werden. Vielfältige Synergieeffekte sollen genutzt werden und dabei auch zu einem Anreiz für das aktuelle und zukünftige Lehrkollegium werden. Die unkalkulierbaren Perspektiven für die Grundschulaußenstellen Irslingen und Böhringen fallen zukünftig weg. Alle Schulkinder werden dann von eigenen Klassenlehrern und in mittelgroßen Klassenverbänden unterrichtet. Viele schulische Angebote wie AGs können dann allen Kindern zu Gute kommen.

All diese Schritte erfordern Mut, finanzielle Investitionen, aber auch das Vertrauen in die Zukunft, damit unsere Gemeinde weiterhin als attraktiv und familiengerecht wahrgenommen wird. Die Entscheidungen müssen zeitnah gefasst werden, um die anstehenden Aufgaben koordiniert und mit Sorgfalt angehen zu können.

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