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Donnerstag, 02. Juli 2020

Die erste Borkenkäfergeneration ist unterwegs

Der Schwärmbeginn des Borkenkäfers war durch die warme Witterung im Frühjahr in diesem Jahr sehr früh im April, die Entwicklung der ersten Käfergeneration hat sich zum Glück durch den kalten Mai und den verregneten Juni etwas verzögert.


Das trocken-heiße Jahr 2019 mit kaum Niederschlägen hat dazu geführt, dass der Buchdrucker als gefährlichster Borkenkäfer an der Baumart Fichte ideale Entwick-lungsmöglichkeiten fand und sich stark vermehren konnte.


Die Ausgangspopulation an Borkenkäfern ist deshalb hoch, die erste Käfergeneration ist in unseren Lagen entweder bereits unterwegs oder wird in den kommenden Tagen ausfliegen.
Die Revierleiter melden vereinzelt bereits Befall an stehenden Fichten, der gut durch Bohrmehlansammlungen am Stammfuß zu erkennen ist.


Durch die aktuell sehr warmen Wetterbedingungen wird sich der Buchdrucker optimal vermehren können und gleichzeitig wird die Abwehrbereitschaft der Fichte sinken.

Kennzeichen eines frischen Käferbefalles sind vor allem:
•    Braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation;
•    Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz;
•    Verblassend fahl-grün werdende bis vergilbende Nadeln.

Kontrollieren Sie ihre Wälder ab jetzt bis Ende September am besten im 1-2 wöchi-gen Turnus!
Zu kontrollieren sind:
•    Vorjährige Befallsorte
•    Ränder von Windwurf- und Schneebruchnestern
•    Hauptaugenmerk haben die oben genannten Flächen, jedoch sind auch alle sonstigen stehenden Fichtenbestände zu kontrollieren, die Jungkäfer befallen nicht
nur Sturm- und Schneebruchholz
•    Aufgearbeitetes, in der Nähe gefährdeter Bestände lagerndes Nadelholz
•    Nach Starkregen die Kontrolle kurzzeitig aussetzen, da das Bohrmehl dann ab-gewaschen wird

Nach der Kontrolle geht es ans Aufarbeiten:
•    Auch Gipfelmaterial muss entfernt werden, da es als perfektes Brutmaterial vor al-lem für den Kupferstecher, den zweiten bedeutenden Fichtenschädling dient. Durch Hacken oder Verbrennen bei feuchter Witterung können Gipfel unschäd-lich gemacht werden. Beim Verbrennen ist zwingend auf die derzeitige trockene Witterung zu achten. Es ist  die Ortspolizeibehörde und die Feuerwehr zu infor-mieren!
•    Das befallende Stammholz muss vor dem Ausflug der Käfer aus dem Wald ent-fernt werden. Da die Sägewerke derzeit überfüllt sind mit Sturmholz aus allen Landesteilen ist es oft nicht möglich, das befallene Holz zeitig vor dem Ausflug aus dem Bestand abzufahren.
Wenn absehbar ist, daß das befallene Holz nicht abgefahren werden kann, ist es zu entrinden oder mit einer Schutzspritzung zu behandeln. Gehen Sie hier auf ihren zuständigen Revierleiter zu.
•    Die bereitgestellte Holzmenge pro Sägewerk muss mindestens 10 Festmeter be-tragen, besser sind 20 Festmeter. Kleinmengen werden von den Holzkäufern ab-gelehnt.


Immer stärkere Probleme mit Borkenkäfer an der Weißtanne:
Die Weißtannen leiden ebenfalls unter den Witterungsbedingungen. Überall aus dem Kreisgebiet melden die Revierleiter teils massiven Befall durch den kleinen und den krummzähnigen Tannenborkenkäfer. Ein Befall ist zuerst im Kronenbereich sichtbar. Die
geschädigten Tannen zeigen sich durch rote Nadeln im Kronenbereich.
Der krummzähnige und der kleine Tannenborkenkäfer können durch Ausbildung von zwei Generationen auch zur Massenvermehrung neigen.
Deshalb ist es unabdingbar, auch bei befallenen Tannen bei der Bekämpfung analog der Fichte zu verfahren.


Können Waldbesitzer die erforderlichen Maßnahmen nicht selbst durchführen, können Sie die Beratung des örtlich zuständigen Revierleiters in Anspruch nehmen.